Erste Technik darstellen

Nun ging es daran, erste Technik an Bord des Modells darzustellen. Auf dem Hauptdeck anzutreffen ist die Öl- und Schadstoffbekämpfungsanlage, die teilweise recht filigran ist, jedenfalls in 1:50!

 

Eine Art Fachwerkkonstruktion aus Stahl bildet das Hauptteil des Armes, an dem die Schadstoff aufnehmenden Teile angebaut sind. Maßstabsgerecht baute ich diese Teile aus 1 x 1 mm Holzleisten, die auf einem vorgezeichneten Pergamentpapier vorsichtig mit Holzleim verklebt wurden. Die anderen Teile wurden wieder aus ABS zusammengefügt. Teilweise habe ich einen Balsaholzkern mit eingebaut, um Stabilität zu erreichen. Diverse Kabel, Schläuche, Luken und Haken ergänzten alles.

 

Die Sweepingarme selbst sind aus Balsaholz und ABS hergestellt. Sie erforderten keine besonderen Kenntnisse. Lediglich die Darstellung der vielen Schrauben, mit denen der Ausleger an Bord befestigt ist, verlangte etwas Geschick, denn die Schrauben selbst haben im Maßstab 1:50 nur noch einen Durchmesser von 0,5 mm und einen Abstand von lediglich 2 mm voneinander. Da benötigst du eine ruhige Hand, um die entsprechenden Löcher sauber in das ABS zu bringen. Das Material hat zudem den Nachteil, dass ein heiß gelaufener Bohrer schnell mal zur Seite rutscht und schon ist das ganze Ergebnis futsch. Also, nach einigen Löchern immer ein kleines Päuschen einlegen!

 

Lackiert wurden die Teile wieder mit Mattlack aus der Spraydose. Den entsprechenden RAL-Ton in Orange erhielt ich wieder im Internet (Bilder 14 + 15).

 

Die Lüfter im Rohbau
Bild 16: Die Lüfter im Rohbau

Im Spätherbst 2013 konnte ich dieses Deck abschließen und arbeitete mit um eines nach oben. Auch hier auf dem Abwinschdeck ist einiges an Technik vorhanden, wie diverse Lüfter, Fender, Poller, Winden und natürlich auch der Hauptkran.

Für die Herstellung der Lüfter legte ich mir extra noch eine kleine Drechselbank von Proxxon zu, um die konischen Köpfe aus Lindenholz herstellen zu können. Die jeweiligen Unterteile der Lüfter bestehen wiederum aus ABS-Rohren mit entsprechenden Zwischenscheiben im jeweiligen Durchmesser (Bild 16)

Eine Deckstreppe vor der Lackierung.
Bild 17: Eine Deckstreppe vor der Lackierung.

Bei den ersten Decksaufbauten musste ich auf dieser Ebene auch Relings löten. Das war bis dahin gar nicht mein Ding und ich informierte mich zunächst im Internet und in der gängigen Fachliteratur, um gute Ergebnisse zu erzielen. Zufällig gab es bei einem Discounter zu dieser Zeit eine sehr preiswerte Lötstation, die ich erwarb und gute Erfahrungen damit machte.

Man muss sich für fast alles Lötbare Schablonen bauen und die Ausdehnung der Hitzeentwicklung bei den meist sehr dünnen Messingdrähten durch feuchte Wattepads oder Papiertaschentücher verhindern, damit eine soeben feste Lötstelle nicht wieder aufgeht. Mit zeitweiliger Verzweiflung, aber ein bisschen Übung erzielte ich hier brauchbare Ergebnisse. So entstanden unter anderem auch die Niedergänge. Die Wangen dafür hatte ich aus Neusilber ausgeätzt und dabei an den Stellen, wo jeweils eine Trittstufe eingesetzt werden musste, einen kleinen Streifen von 0,5 mm Breite in halber Materialstärke ebenfalls weggeätzt. Dadurch konnten die Stufen gut in die Wangen eingesetzt werden und entweder verlötet oder mit Sekundenkleber verklebt werden (Bild 17).

 

Einen Handlauf dazu fertigte ich wieder über eine entsprechende Schablone aus Holz.

 

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