Ein interessantes Schiff: Die ARKONA
Ein interessantes Schiff: Die ARKONA

Heute möchte ich über meinen Nachbau des Mehrzweckschiffes „ARKONA“ (Bild 1) im Maßstab 1:50 berichten.

Neben vielen anderen Hobbys habe ich mich seit einigen Jahren auch dem Schiffsmodellbau verschrieben, arbeite aber stets nur in einem solchen zeitlichen Umfang an den jeweiligen Modellen, dass mir die Freude daran nicht vergeht. Deshalb hat der Bau des ARKONA-Modelles auch fast sechs Jahr gedauert. Erfahrungen habe ich zuvor schon beim Bau zweier Titanicmodelle im Maßstab 1:100 sowie beim Bau des letzten Fischkutters, der in unserem Heimathafen Ueckermünde liegt, sammeln können. Letzterer entstand im Maßstab 1:17. sicher ein etwas ungewöhnlicher Maßstab, aber so konnte ich das 17-Meter-Original noch auf eine handliche Größe von einem Meter Gesamtlänge nachbauen. In der Modellwerft 05/2015 habe ich den Bau dieses schönen Modells ausführlich beschrieben. Es steht heute in meinem Büro und viele Gäste sind begeistert, wenn sie es betrachten, zumal ja ein Heimatbezug besteht.

 

Vorweg schicken möchte ich auch gleich, dass ich nur Standmodelle baue. Alle meine Schiffsmodelle sind zwar so gebaut, dass sie schwimmfähig sind und mit der notwendigen Technik nachgerüstet werden können, doch mir bereitet das Fahren nicht so viel Spaß – ich verwirkliche mich lieber über einen möglichst originalgetreuen Nachbau. Das war schon in meiner Jugendzeit so. Wie viele andere besaß ich eine Modelleisenbahnplatte von etwa 1 x 1,5 m Grundfläche, auf der ich eifrig Landschaften modellierte und Gebäude nachbaute. Nachdem ich dann jedoch auf der fertigen Platte einige Wochen gefahren bin, war die Begeisterung am Ende und ich riss wieder alles von der Platte, um mit einer neuen Landschaft zu beginnen.

 

Wie kam ich ausgerechnet zur ARKONA?

In meinem Beruf als Beamter im Rathaus des Seebades Ueckermünde habe ich mehrmals jährlich Kontakt zum Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund. Dabei bot sich auch die Gelegenheit, im Jahre 2011 an einer halbtägigen Ausbildungsfahrt auf der ARKONA teilzunehmen. Im Beisein des Chefs des WSA Stralsund, Holger Brydda, konnte ich während dieser Tour das gesamte Schiff ausführlich inspizieren und habe auch viele Fotos aufgenommen. Selbst das Ausklinken eines Rettungsbootes konnte ich verfolgen.

 

Ehrlich gesagt, hatte ich mich im Vorfeld schon ein wenig über dieses relativ neue Mehrzweckschiff informiert und dabei schon den Gedanken ins Auge gefasst, dass der Nachbau des Schiffes ein neues Modellvorhaben für mich werden könnte.

 

So entstanden über 500 Fotos an Bord. Mein Kollege Ulli Steinicke stand bei einigen Fotos auch mit dem Zollstock daneben (Bild oben), um später genaue Größenangaben zu bekommen. Bei der Besichtigung war schon klar, dass der Nachbau eine wirkliche Herausforderung werden könnte, denn es gibt jede Menge an Technik an Bord, einen großen Bordkran, ein Rettungsbott, ein Schlauchboot, Feuerlöschmonitore, Sweepingarme zur Bekämpfung von Öl und anderen Schadstoffen und und und…

 

Das faszinierte mich sehr und war mal etwas ganz anderes zu meinen bisherigen Modellen. Ich bat Holger Brydda darum, ob er mir nicht die Werftpläne des Schiffes besorgen könne, nachdem ich ihm von meiner Absicht, das Schiff als Modell nachzubauen, berichtet hatte. Es dauerte gar nicht lange, da hatte ich mehrere ausgeplottene Bögen Papier mit Draufsichten, Schnitten  und Ansichten von allen Seiten im Maßstab 1:144 in der Hand. Eine hervorragende Grundlage für einen geplanten Bau. Trotzdem zögerte ich noch etwas, weil ich anhand der vorliegenden Pläne zwar ziemlich viel über das Schiff wusste, wie es sich mir präsentierte, doch das Unterwasserschiff kannte ich nur vom Plan.

 

Die ARKONA im Trockendock in der Nubiskrug Werft
Bild 3: Die ARKONA im Trockendock in der Nubiskrug Werft

Mir kam ein Zufall zur Hilfe, denn im Jahre 2012 musste die ARKONA in die Nubiskrug-Werft nach Rendsburg, um komplett saniert zu werden (Bild 3). Nach einem kurzen Telefonat bekam ich die Erlaubnis, auf dem Werftgelände speziell die ARKONA zu fotografieren, die nun im Trockendock lag. Nochmals 200 Fotos ergänzten meinen Fundus. Ich ließ von allen Aufnahmen Fotobücher anfertigen und ordnete darin die Fotos nach den Teilen des Schiffes. Somit hatte ich eine ausgezeichnete Grundlage für den Bau.

 

 

Eine Zeit lang haderte ich noch mit dem künftigen Maßstab des Modelles. Ich überlegte, ob ich es in 1:33 oder 1:50 entstehen lassen sollte. Für 1:33 sprach, dass viele Details dann noch besser herausgearbeitet werden könnten. Allerdings würde das Schiff dann mit etwa 2,10 Meter Länge und der daraus resultierenden Höhe mein Kofferraumvolumen sprengen. Da ein späterer Transport für mich nicht unwichtig war, entschied ich mich dann doch für 1:50, was zu einer Modelllänge von 1,38 m führen sollte.

 

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